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Street Art by JR in Berlin

Im Mai tauchten in der deutschen Hauptstadt plötzlich haushohe Paste ups auf. Erstell wurden sie von dem Street Artist JR. Doch wer ist dieser JR überhaupt? Arte local hat sich den Paste up – Künstler einmal genauer angeschaut.

Der geheimnisvolle Franzose wurde 1983 geboren. Schon in jungen Jahren hat JR, der bis heute nicht preisgegeben hat, wofür das Kürzel JR steht, Graffiti gesprüht. Damals hat er allerdings nach eigenen Aussagen noch nicht gesprüht um die Welt zu verändern, sondern nur um der Welt seine Werke zu präsentieren.

Die meisten seiner Graffiti sprühte er auf Dächern und auf Zügen. So fand er  schnell gefallen an seinen Aktionen.

Nachdem er und seine Freunde in der Pariser Metro eine Kamera gefunden hatte, fingen sie an, seine Aktionen zu dokumentieren. Mit 17 Jahren fing er an Fotografien auf Häuserwände zu kleben.

Einige Jahre später reiste JR durch Europa und traf überall auf Street Artist. Er begann sich immer mehr mit den Porträts, die ihn heute so berühmt machen, zu beschäftigen.

So beobachtete er die Künstler, die er traf und sah ihre Botschaft. Später, als er nach Paris zurück gekehrt war, klebte er die Porträts der Künstler, die er auf seiner Reise getroffen hat, überall in der Stadt an Wände und Mauern.

JR möchte durch seinen Aktionen, die er an Häuserwände und Mauern bringt, Kunst auf die Straße bringen, um Menschen, die nie in Museen gehen zu berühren.

Die Anonymität die JR genießt, macht es seinen Fans möglich sich selbst ein Bild des Künstlers mit seinen außergewöhnlichen Werken zu machen. Seine Bilder werden heute weltweit ausgestellt. So arbeitete er schon in Frankreich, Deutschland, Italien sowie Brasilien, den USA und China.

2013 kehrte er mit seinen Wrinkles of the City in die Straßen Berlins zurück. Hier das Interview von Entr Berlin mit JR in Berlin.

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Street Art by ROA in Berlin

Tiere, die verdreht von der Hauswand hängen, Ratten, die tot, mit Blick in ihr Inneres auf der Straße liegen, kein Künstler schockt die Welt mit seinen Werken mehr als der Belgier ROA. Der Street Artist hat es sich zur Aufgabe gemacht, die außergewöhnliche Perspektive, welche das Innere von Tieren zeigt, zu skizzieren und überall auf der Welt an Wände und Mauern zu bringen.

Aber wie kam der Künstler auf diese ungewöhnliche Idee?

Schon als 13 jähriger hat der Artist mit dem Graffiti sprayen angefangen. Damals wusste er aber nach eigenen Aussagen nicht, das der Witz an Graffitis ist, dass man seinen eigenen Namen an die Wand bringt. So haben er und seine Freunde Wörter, die ihnen grad einfielen in vielen Farben gesprayt. Über die Jahre fing er an mit Graffiti Geld zu verdienen, weniger mit gestalten von Häuserwänden, eher mit Workshops für Kids. Doch er merkte schnell, dass er so kaum Geld verdienen konnte und so veränderte ROA sich und vor allem seinen Stil!

Da ROA, dessen Künstlername ein Überbleibsel aus früheren Zeiten ist, schon immer von Tieren fasziniert war und gerne Skelettteile mit nach Hause brachte, die er als Kind auf der Straße fand, begann er Tiere zu malen. Anfangs nur für sich selbst, später sollten sie der Inhalt seines Erfolges werden. Große schwarz-weiß Bilder, die Tiere zeigen, die verrotten, halb verwesen oder die kurz davor sind, gefressen zu werden. Wenn der Künstler viel Platz hat, können seine Malereien auch gern dreißig Meter hoch werden.

Mit seinen Bildern will ROA erreichen, dass sich die Passanten mit den Tieren auseinander setzen und ist dabei selbst immer wieder verblüfft, welche Wirkung sie auf die Menschen hat.

Seine Ausstellungen, die der Belgier mittlerweile weltweit hat, sind meist schon am ersten Abend ausverkauft. Und das Publikum ist hier meist klassischer Natur. Man sieht dort mehr Krawatten als Hip Hop Hoodies.

Von New York über Gambia bis Australien hat der Street Artist seine Tiere in Ausstellungen und auf der Straße präsentiert.

ROA in Berlin

2011 war ROA in Berlin unterwegs. Seine Ausstellung in Kreuzberg in der Skalitzer Contemporary war ein voller Erfolg. Aber auch an Häuserwänden in der Stadt können seine Werke noch bewundert werden. Eines der bekanntesten Bilder in Berlin findet sich in der Schönhäuser Allee.

Auf die Frage, ob es ihn nicht langweile immer die gleichen Motive zu malen, erklärt er, dass er sogar begeisterter dabei wäre, als am Anfang.

Viele seiner Werke zeigen Tiere, die Menschen als schmutzig erachten und nicht mögen, wie Ratten und Tauben. Doch diese Tiere sind es, die ROA so faszinieren, weil sie direkt unter und zwischen uns leben.

Parallelen zwischen sich und anderen Street Art Künstlern findet ROA nicht schlimm, denn jeder hat seinen eigenen Stil und seine eigene Herangehensweise. Und solange er tut, was ihn glücklich macht, ist ihm der Rest egal.

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Street Art by Alice Pasquini in Berlin

Eine der wenigen Frauen in der Street Art Szene ist die aus Italien stammende Alice Pasquini. Die Künstlerin, die durch ihre Beziehung mit dem französischen Künstler C215 zur Street Art fand, hat ihre Werke schon in einigen europäischen Städten hinterlassen. So war sie neben Rom auch in Berlin und London sowie Paris und Moskau unterwegs. Neben der Street Art arbeitet sie auch für Firmen und gestaltet deren Werbekampagnen und zeichnet unter anderem auch Comics.

In ihren Werken verwendet die Italienerin Acryl, Marker und Spraydosen. Meist thematisiert sie Menschen, ihre Beziehungen und Gefühle in ihren Arbeiten. Im Gegensatz zu vielen männlichen Kollegen provoziert Alice mit ihren Werken nicht, sie sind einfach schön anzusehen.

Alice, die es vorzieht ihre Werke tagsüber zu malen, auch die, die keine Genehnemigungen haben, ist schon deswegen etwas besonderes, da sie keinen Künstlernamen benutzt. Nachts würde sie niemals malen, oft malt sie direkt unter den Augen der Polizei ihre Kunstwerke.

Ihre Inspiration holt sie sich aus ihrem eigenen Leben, sie liebt es reale Geschichten aufzumalen. Von Galerien hält die Künstlerin nicht viel. Street Art kann drinnen nicht existieren, trotzdem kann man als Street Artist Ausstellungen machen, sagt sie. Sie betont jedoch, dass Galerien für Dinge genutzt werden sollten, die man auf der Straße nicht verwirklichen kann.

Als Protest sieht sie Street Art nicht, eher erinnert es sie an Freiheit. Für sie ist es wichtig, dass aufzumalen, was sie fühlt. Früher malte Alice viel mit ihrem Freund zusammen, heute ist sie meist allein unterwegs.

Angefangen hat Alice sehr früh in den 90er Jahren in der Graffiti-Szene. Ihre Heldin war eine Comic-Figur namens Sprayliz, die politische Graffitis sprühte. Durch sie begann sie sich für Street Art zu intessieren. Das sie etwas mit Kunst studieren möchte, stand für sie früh fest. So machte sie ihren Abschluss an der Academy of Fine Arts in Rom und lebte und arbeitet danach in Großbritannien, Frankreich und Spanien. Zunächst arbeitete sie als Illustratorin, was sie aber schnell langweilte. Als sie kurz danach Freizeitparks für Kinder gestaltete, war für sie klar, dass sie Bilder malen möchte, die die Betrachter sofort wahrnehmen und begann auf der Straße zu malen.

Leider, so muss Alice immer noch oft feststellen, wird Street Art immer noch als Porvokation wahrgenommen. Als Alice einmal in Oslo arbeitet, kam eine Frau zu ihr um ihr zu ihrer Arbeit zu gratulieren. Kurz danach rief die Passantin die Polizei.

Das ist jedoch nicht immer so, am Anfang ihrer Karriere bemalte sie einmal ein Verkehrsschild in Weil am Rhein. Als störend wurde ihre Kunst dort aber nicht empfunden, eher im Gegenteil, das Schild wurde nach einigen Wochen von Dieben geklaut.

Ihre Werke könnten auch unterschiedlicher nicht sein. Manche erstrecken sich über ganze Häuserwände, andere sind so klein, dass man sie kaum beachtet.

In Berlin findet man ihre Werke vor allem am Kottbusser Tor und in der Schlesischen Straße.

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Street Art by Blu in Berlin

Blu ist das Pseudonym eines italienischen Street Artist, der seit 1999 in der Szene aktiv ist. Sein Ruhm begann schon sehr früh und wie viele andere Street Art-Künstler hat auch er mit Graffitis in den Vororten seiner Heimatstadt begonnen. Damals hat der Artist allerdings nur Sprüfarben benutzt. Doch 2001 änderte er seine Technik und begann riesige menschenähnliche Figuren auf Häuserwände zu sprühen, allerdings nach wie vor nur in seiner Heimat.

Was seine Karriere stark beeinflusste war die Zusammenarbeit mit verschiedenen anderen Street Artists. Seine Werke zwischen 2003 bis 2006 mit dem Künstler Ericailcane waren die besten seiner bis dahin laufenden Karriere. Die beiden Artists ergänzten sich perfekt. Während Blu seine menschlichen Abbildungen malte, malte sein Freund seine typischen Tiere an die Wand.

Seine Werke sind in ganz Europa verteilt. Auffallend ist vor allem, dass der Künstler wenig Farbe benutzt, meist schwarz-weiß bleibt. Seine riesigen Werke, die sich oft über die gesamte Wand eines Gebäudes erstrecken, sind mit viel Liebe zum Detail gestaltet.

Die Oberflächen der Riesen bestehen meist aus vielen kleinen Menschen, die ineinander verhakt sind. Sein Stil hat sich in den letzten Jahren stak entwickelt. Zu beginn seiner Karriere arbeitete er noch farbiger, kleiner und figürlicher. Erst 2004 wurden seine Arbeiten zu denen, die ihn heute so bekannt machen.

Im Jahr 2007 malte der Künstler in Bethlehem auf die Mauer eine Figur, die versucht mit ihrem Finger die Mauer einzureißen. Sein wohl riskantestes Projekt hatte er 2008 in Lateinamerika, als er dort politische Schlachtrufe an die Wand sprühte. In Mexico City und Guatemala achtete er jedoch auch darauf, nicht die Graffitis von Straßengangs zu übermalen.

Ein weiterer wichtiger Punkt in Blus Karriere ist, das er niemals um Erlaubnis fragt und einfach drauf los malt. Sobald der Künstler in eine neue Stadt kommt, sucht er sich eine geeignete Wand, die das besondere Etwas haben.

Durch seine Stop-Motion-Filme unterscheidet sich der Künstler von seinen bekannten Kollegen. Seine Kunstwerke erwachen in diesen Filmen zum Leben. 16 Videos gibt es bereits von dem Street Artist. Sie drehen sich immer um den Kreislauf des Lebens, so schafft Blu es, seine Werke immer aktuell zu halten.

Blu in Berlin

Zwischen 2006 und 2009 arbeitete Blu oft in Deutschland, meistens in Berlin und immer in Kreuzberg-Friedrichshain. In der Cuvrystraße ziert eine riesige, weiße Figur ohne Kopf mit Krawatte die Wand eines großen Gebäudes. Er hat Handfesseln aus goldenen Uhren um die Handgelenke. In der Nähe der Warschauer Straße kann man eine weitere Figur von Blu erblicken. Ein Mann, der aus lauter kleinen Menschen besteht. Hier erkennt man den Stil des Künstlers sehr gut, der weltweit berühmt wurde mit seinen Figuren-Animationen.

Blu und JR

In Berlin Kreuzberg haben die beiden Street Artists Blu und JR ein gemeinsames Werk an die Mauer gebracht. Zwei riesige weiße Gestalten, die den Blick vorbeilaufender Passanten sofort auf sich ziehen. Doch niemand weiß genau, wofür die beiden stehen. Sie tragen Gesichtsmasken, die sie sich entweder aufsetzten oder vom Kopf ziehen. Ihre Finger kreuzen sich.

Doch eins strahlen die beiden Figuren aus: Sebstbewusstsein. Bis heute ist das Werk der beiden in der Cuvrystraße zu bewundern.

Das Werk entstand als Teil der Street Art Ausstellung Planet Prozess in einer Gemeinschaftsarbeit zwei großer Künstler.

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Street Art by El Bocho in Berlin

El Bocho ist einer der bekanntesten Street Art Künstlers Berlins. Der aus Frankfurt am Main zugezogene Berliner, der tagsüber als Typograf und Illustrator arbeitet, ist nachts auf den Straßen Berlins unterwegs und verwandelt künstlerisch die Stadt.

Mit seinen Werken hat sich der Künstler aber auch weit über die Grenzen Berlins und Deutschlands hinaus einen Namen gemacht. Seinen Namen hat er sich nach einem längeren Spanienaufenthalt ausgedacht und bedeutet soviel wie Das Eselchen. Seine Straßenbilder sind ansprechend. Ihm ist es wichtig, sich mit seinen Werken nicht direkt ins Stadtbild einzumischen, sondern es zu verändern und zu ergänzen.

Seit einigen Monaten hat der Künstler, der lieber anonym bleiben will und sich deswegen nicht zeigt oder seinen richtigen Namen benutzt, ein Projekt gegen Gewalt ins Leben gerufen. In der ganzen Stadt verteilt er Sticker und Plakate, die Gewalt zeigen, die in Berlin leider sehr häufig vorkommt. Auch am Alexanderplatz, wo vor einigen Monaten die Gewaltattacke auf Jonny K. stattfand, hat der Künstler seine Sticker angebracht.

Mittlerweile ist der Frankfurter nicht nur in Deutschland bekannt, sondern bereiste schon Rumänien, Russland und Brasilien. Anfang 2013 reiste er nach Asien. Er versucht dort mit seiner Kunst, die Städte zu verändern und zu prägen. Wie fast jeder Street Artist hat auch El Bocho mit dem Sprayen angefangen. Heute jedoch hat er seine eigenen Ausstellungen, nimmt Aufträge an und widmet sich mehreren Projekten gleichzeitig. Hauptbestandteil seine Arbeit ist die Kommunikation. Er beobachtet. Die Reaktionen seiner Mitmenschen nimmt er auf und verarbeitet sie in seinen Werken. Jedes seine Werke ist eine Zeichnung und ein echtes Original. Seine Kunst zieht einem magisch in seinen Bann.

Little Lucy

Eine seiner wohl bekanntesten Figuren ist Little Lucy. Diese Figur findet sich überall im Berliner Straßenbild. Bekannt ist diese Figur aus eine tschechischen Serie Lucy der Straßenschreck aus den 70er Jahren. Lucy, die charmante Katzenhasserin, ist meist zu sehen, wie sie ihre Hauskatze zerschneidet, zerbombt oder zerhackt. Ein ziemlich schwarzen Humor, für den seine Fans ihn lieben.

Porträtserie

Doch auch neben seiner Liebe zu schwarzen Humor, wird dem Künstler nachgesagt, romantisch veranlagt zu sein. So malt El Bocho Porträts von Frauen, die meist etwas sagen, dass ihre Liebe zu Männern oder auch zu ihrer Stadt ausdrückt. Meist sind die Porträts größer, in der Regel um die drei Meter breit und hoch.

Kalle und Bernd 

Auch die bekannten Kameras Kalle & Bernd stammen aus der Feder des Street Artists. Die beiden Überwachungskameras haben nur eine Sache, die sie lieben: Beobachten. Dabei stellt sich heraus, dass Bernd in eine Ampel verliebt ist und die beiden herzlich gern über Touristen herziehen. Mit diesem Humor hat der Künstler die Fans auf seiner Seite.

Poor Hannah

Die letzte Figur, die El Bocho ins Leben rief ist Poor Hannah. Dieser Charakter ist aber fast unbekannt. Dennoch sind einige Poor Hannah Werke in Berlin zu finden.

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Street Art by C215 in Berlin

Der Künstler C215, der mit bürgerlichen Namen Christian Guemy heißt, ist einer der bekanntesten Stencils- Künstler unserer Zeit. Der aus Paris stammende Street Artist, der als Frankreichs Antwort auf Banksy beschrieben wird, nutzt in erster Linie Schablonen um seine Werke auf die Wände zu bringen. Überall in Europa kann man seine Werke finden, größtenteils sind diese in Amsterdam, Barcelona, Paris, Oslo und London zu finden.

Aber auch in Berlin hat der Künstler seine Stencils hinterlassen.

Wie viele andere Künstler begann auch C215 mit Graffiti bevor er mit der Schablonen-Kunst begann. Die erste Schablone, die er anfertigte, war von Ava, die Mutter seiner Tochter Nina. Das war 2006. Es sollte eigentlich nur ein Geschenk für seine Tochter und ihre Mutter sein, doch es war der Beginn einer Karriere von der viele Künstler nur träumen können. Ein Großteil seiner Arbeit beschränkt sich auf close ups Porträts von Obdachlosen, Straßenkindern und Senioren. C215 möchte mit diesen Werken die Gesellschaft auf die vergessenen unseres Lebens aufmerksam machen.

Trotzdem sagt der Künstler über sich, dass er weder politische noch soziale Motive hat, wenn er seine Werke an die Wand bringt. Viel lieber möchte er, dass die Menschen sich nach seinen Arbeiten umsehen und sie hinterfragen. Fragen, wer der Künstler ist und sich selbst überlegen, was er mit seinen Arbeiten gemeint hat.

C215 studierte Kunstgeschichte, arbeitete danach aber erstmal für eine Firma, die Luxus-Möbel verkaufte. Erst nach und nach fand er zur Kunst zurück, an die Zeit in der er nicht malte, erinnert er sich nicht gern.

Von dem Moment an, als er sich dazu entschloss, nur noch Künstler zu sein, interessierten sich immer mehr Galerien für den außergewöhnlichen Artist.

Trotzdem unterscheiden sich seine Ausstellungen von den Werken auf der Straße, betont er immer wieder, da er auf der Straße spontaner sein kann. Allerdings werden die Arbeiten auf der Straße irgendwann zerstört und vergessen. Die ausgestellten Werke bleiben ewig. Das ist der Unterschied zwischen der Straße und einem Museum.

Wann er das erste Mal malte, weiß C215 nicht mehr. Die Erinnerungen an seine Kindheit sind nicht gut. Seine Mutter bekam ihn, als sie 12 war und brachte sich mit 18 Jahren selbst um. Ihre Freizeit verbrachte sie jedoch immer mit Malen und Rauchen, so wie er heute. Nach ihrem Tod hat seine Großmutter ihn immer zu den Zeiten malen lassen, an denen auch seine Mutter gemalt hatte. Auch benutzte er ihre Materialien. Daran erinnert er sich sehr gut.

Ein wichtiges Element bei seinen Arbeiten sind die Farbfäden und die betonten Augen, die jedes Porträt des Franzosen so einzigartig macht.

Der Street Artist sagt über sich selbst, dass er an einer Borderline- Persönlichkeitsstörung leidet. Seine Kunst ist wie eine Art Therapie für ihn, wie er selbst immer gern betont.

Was ihn an der Kunst reizt ist, dass alle auf eine geheimnisvolle Weise unterschiedlich sind und es ist wichtig für die eigene Entwicklung ist, nicht jemand in der Menge zu sein, sondern seine eigenen Ziele verfolgt. Einige seiner Werke sind mit der bekannten Street Art Künstlerin Alice.

Seine aktuelle Ausstellung. The Many Faces of David Bowie läuft noch bis zum 31. August 2013 in der Opera Gallery in London.

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Street Art by Vhils in Berlin

Über die Jahre hat die Street Art viele Styles entwickelt. Von Sprühen über Pinseln bis hin zu kleben. Der portugiesische Künstler Alexander Farto, der in der Street Art Szene besser unter dem Namen Vhils bekannt ist und auch oft nur der Sprengkünstler genannt wird, hatte aber andere Visionen. Er hat mit Hammer und Meißel einzigartige Werke in die Wand gehauen.

Begonnen hat alles in Lissabon, Alexanders Heimatstadt. Er begann mit Collagen, kam in die Sprayerszene. Doch das alles reichte ihm bald nicht mehr, denn er wollte Menschen erreichen und ihnen Porträts von Personen präsentieren, die gar nicht oder negativ in der Welt wahrgenommen werden. Dazu meißelte er mit Hammer und Meißel Gesichter in Häuserwände, brachte Sprengstoff an und sprengt sie dann auf.

Seine Werke mussten nicht lange auf Aufmerksamkeit warten. Durch diese Weiterentwicklung der Street Art hat Vhils sich einen Namen in der Szene gemacht. Doch anders als viele andere Künstler möchte Vhils mit seinen Werken nicht mit anderen Street Artists kommunizieren oder sich selbst in den Vordergrund stellen. Vhils will viel mehr den Städten ein Gesicht geben und den Bürgern zeigen, dass sie mehr sind als nur ein Gesicht unter vielen. Schon jetzt wird Vhils mit seinen Werken zu den begabtesten Street Artists gezählt.

Seit 2007 lebt der Künstler abwechselnd in London und Lissabon. In beiden Städten hat er ein Atelier. Er studierte an der Kunst- und Design- Hochschule Central Saint Martins. Vhils hat schon einige Bildbände veröffentlicht. Eine der wenigen Möglichkeiten seine Kunst für spätere Generationen aufzubewahren. Denn viele seiner Werke werden nach und nach zerstört Witterungsbedingungen lassen seine Arbeiten bröckeln.

Vhils in Berlin

Auch in Berlin hat sich der Künstler schon ausgetobt. Mit Bohrer und Sprengstoff hat er 10 Meter hohe Kunstwerke an Wänden hinterlassen. Sein wohl bekanntestes Projekt in Berlin ist das Porträt von Angela Merkel. Viele fragten danach, warum es ausgerechnet die Kanzlerin sei. Jedoch bleibt es relativ offen, warum dieses Bild entstanden ist. Werke des Portugiesen lassen sich überall in der Stadt wiederfinden. Häufig in Gegenden die verlassen scheinen, in denen Chaos regiert.

Für die Marke Levis hat er mit dem Motto Go Forth Porträts in der deutschen Hauptstadt erstellt. So hat er u.a den Fotografen und Berghain-Türsteher Sven Marquardt und Joe Hatchiban, Gründer von Bearpit Karaoke in die Wand gesprengt. Durch diese Aktion möchte er zeigen, dass die Bewohner ihre Stadt beeinflusst und die Stadt ihre Einwohner.

Am Beispiel von Vhils sieht man, dass sich Street Art immer zu weiterentwickelt. Auf die Frage hin, in welche Richtung sich Street Art noch weiterentwickeln wird, hat der Artist keine Idee. Aber eins weiß der Künstler ganz genau: Er möchte sich auch in Zukunft weiterentwickeln, neue Ideen und Ansätze ausprobieren, neue Werkzeuge und Materialien benutzen. Willkürlich würde der Künstler aber nie an Häuserwänden Veränderungen vornehmen. Meist wird er dazu eingeladen oder er findet Abrisshäuser, an denen er sich austoben kann.

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Street Art by XOOOOX in Berlin

Der Street Artist XOOOOX zieht es seit Jahren vor anonym zu bleiben. Im Gegensatz zu einigen anderen Kollegen verrät er nicht einmal seinen Vornamen, Interviews sind eine Seltenheit.

Der Berliner ist bekannt für seine Schablonengrafftit. Er spüht mit Leidenschaft Frauen an die Wände, die einer Modezeitschrift entsprungen sein könnten. Trotzdem trifft sich der Künstler nur selten mit Journalisten, aus Angst, wegen Vandalismus angeklagt zu werden.

XOOOOX fing schon in seiner Jugend mit dem Sprühen von Graffiti an. Er besuchte allerdings nie eine Kunstschule, sondern brachte sich alles selbst bei. Für ihn stand fest, dass er Leute erreichen möchte. Da es sich schwierig gestalten würde, das in einer Ausstellung zu machen, ging er auf die Straße. Seine Werke sollen teils als Kritik an der Modebranche gesehen werden, teils sollen sie aber auch gegen das Massenmarketing einzelner Unternehmen gehen.

Seine Werke enstehen spontan. Wenn er in einer Stadt unterwegs ist und eine leere Wand sieht, bekommt er sofort den Drang sie anzumalen. Die Wand und seine Arbeit müssen eine Einheit bilden. Bevor er anfängt zu sprühen, betrachtet er oft stundenlang die Kulisse aus der Ferne und versucht ihre Atmosphäre einzufangen. Erst dann weiß der Artist auch, was er an die Wand bringen kann.

Zu seiner Schablonenkunst kam XOOOOX einige Jahre nach seinen ersten Graffiti. Er fing an, Frauen aus Modezeitschriften auszuschneiden und an die Wand zu kleben, allerdings war er schnell genervt, weil er immer einen Eimer mit Kleister mitschleppen musste. So begann er Schablonen anzufertigen.

Im Gegensatz zu seinen Kollegen fühlt sich der Künstler schnell gestresst, wenn er spüht. Die Angst geschnappt zu werden, ist immer da, da er als junger Mann von einem Kollegen verraten wurde und einige Tage im Gefängnis verbringen musste. Diese Erfahrung hat ihn geprägt. Heute ist er viel vorsichtiger, achtet darauf nicht mehr so radikal vorzugehen und den Sachschaden in Grenzen zu halten.

Seine Anonymität hat der Künstler sich vor allem aufgebraut, um nicht noch einmal im Gefängnis zu landen. Allerdings möchte der Street Artist auch nur mit seiner Kunst auffallen, nicht mit seinem Leben. Er möchte selbst im Hintergrund bleiben. Ruhm hat für ihn keine Bedeutung, trotzdem wünscht er sich von seinen Arbeiten leben zu können.

Auch soll ihm seine Heimlichtuerei seiner Person helfen, dass er mit 50 nicht vor der Polizei weglaufen muss, um sich hinter Mülltonnen zu verstecken, fügt er bei einem seiner seltenen Interviews lachend hinzu.

Seine Ausstellungen besucht der Street Artist nur anonym, sodass niemand weiß, dass er anwesend ist. Er mag keine Kunstpartys und sieht sich lieber alles im Stillen an.

Seine Zukunft hat der Künstler schon geplant. Mittlerweile verändern sich seine Werke zu Installationen aus Objekten, die er überall auf der Straße findet. Dann versucht er, die verschiedensten Teile miteinander zu kombinieren.

Und obwohl der Street Artist sich mittlerweile einen Namen als ernstzunehmenden Künstler gemacht hat, hat er Humor. Ein Interview brach er nach einiger Zeit ab, da seine Parkuhr langsam am ablaufen war und er keine Lust hatte, sich mal wieder mit der Polizei rumärgern zu müssen.

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Street Art by Victor Ash in Berlin

Der Künstler, der das höchste Street Art Kunstwerk Europas in 2.251 Metern geschaffen hat, stammt aus Portugal, lebt aber seit Jahren im dänischen Kopenhagen. Angefangen hat der Künstler mit sprayen von Graffiti in den 1980er Jahren. Jedoch schon in den frühen 1990er Jahren versuchte er, seinen eigenen Stil zu finden. Ihm ist es wichtig, dass seine Werke seine Kultur und seine Erfahrungen wiederspiegelt.

Trotzdem hat er die Vergangenheit nicht vergessen und versucht nach wie vor, die Kompromisslosigkeit, die man auf der Straße lernt, zu wahren. Seine Arbeiten werden oft als Schablonenkunst gedeutet, sind jedoch immer in eigener Malerei entstanden. Es gefällt ihm, dass seine Werke von vielen Menschen gesehen werden und er etwas schafft, dass man sich gern ansieht. Seine Arbeiten beschäftigen sich mit aktuellen Themen und Problematiken, jedoch ohne Antworten vorzugeben. Die Menschen sollen sich selber ein Bild machen und die Werke hinterfragen.

Jedoch mag nicht jeder seine Arbeiten. Als er 2007 in Berlin einen Astronauten malte, schrieben fremde Leute darunter: Also ist das Streetart? Jedoch hält ihm das nicht davon ab, dass er weitermalt. Im Gegendteil. Souvenir-Shops in Berlin verkaufen mittlerweile sogar T-Shirts mit dem Astronauten als Aufdruck. Im Rahmen des 32. Deutschen Kirchentages bemalte der Künstler alle vier Seiten eines Bunkers in Bremen. Vier haushohe Menschen schauen mit Ferngläsern in die Ferne. Die Größe dieser Figuren soll symbolisieren, dass jeder wahrgenommen werden möchte, egal wie groß jemand ist.

Victor Ash in Berlin

Ein riesiger Astronaut fliegt über die Dächer Berlins. Beeindrucktend, Gesichtslos, diese Street Art Figur kann nicht übersehen werden. Das Werk ist eine klassische Wandmalerei, wurde jedoch im Stil der Schablonenkunst gemalt. Der Street Artist malte im Rahmen der Backjumps Live Issue 2007 in Berlin Kreuzberg diesen gigantischen Astronauten an eine Hauswand. Ein weiteres Werk hat der Street Artist 2008 in Friedrichshain hinterlassen. Über eine ganze Häuserwand zieht sich sein Werk. Mehrere Graffiti-Künstler, die die Wand hinunterstürzen. Sie sind grad dabei, Bäume anzusprayen.

2010 war der Street Artist in Wedding zu Gast. Dort bemalte er alleine einen Pavillion des Stattbad Wedding. Bei dem Berliner Projekt Wedding Walls wirkte der Künstler ebenfalls mit. Bei dem Projekt waren mehrere Street Artists aus verschiedenen Ländern am Werk. Sie bemalten alte Häuserwände im Bezirk Wedding.  Zwischen dem 7. und dem 12. Juni 2011 war der Künstler wieder zu Besuch in der Hauptstadt und arbeitete im Rahmen des Projektes an einem gigantischen Kunstwerk.

Der Künstler hat auf dem Bad Gasteuner Stubnerkogel das höchste Street Art Werk Europas gemalt. In über 2000 Metern Höhe hat der Street Artist verschiedene Tiere, die typisch für die Alpen sind, auf die Sendestation des Berges gemalt. Durch dieses Werk möchte Victor Ash auf die Verdrängung der Tiere aus ihrem Lebensraum durch den Mensch aufmerksam machen.

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Street Art by MTO in Berlin

Der Street Artist MTO heißt eigentliche Mateo und kommt aus Frankreich. Seit einigen Jahren wohnt er jedoch schon in Berlin. Eigentlich wollte MTO nie Graffiti spühen. Doch als er 2008 nach Barcelona kam, sprühte er doch einige Male und war total begeistert. So kam er schließlich nach Berlin. Wann Street Art in Berlin erstmals auftauchte, weiß der Künstler nicht, aber er mag Berlin, weil die Stadt für ihn wie ein buntes Comic ist, da an fast jeder Stelle Street Art und Graffiti zu finden sind.

Seine Werke sind in schwarz-weiß gehalten, vereint mit einem Hauch von Rot oder Pink. Meist handelt es sich um berühmte Musikstars, die MTO an die Wand bringt, aber manchmal sind es auch Filmstars. Meist sind die Arbeiten zweieinhalb Meter hoch, er benötigt 2-5 Stunden Zeit um ein solches Bild an die Wand zu bringen. Wenn man allerdings sieht, mit was für einer Genauigkeit MTO diese Bilder malt, ist es sehr wenig Zeit. Diese Kunstwerke haben seine Karriere erst so richtig in Schwung gebracht. Er bewundert Banksy, die Fotografin Annie Leibowitz und noch einige andere Künstler und lässt sich von ihnen inspirieren und das, obwohl er für viele Menschen einer der besten Street Artist überhaupt ist.

Trotzdem nimmt Graffiti ein großen Teil seines Lebens ein. Seine Inspiration zieht der außergewöhnliche Künstler aus der Musik, Fotografien, Filmen und Dokumentationen sowie Street Art, die ihm immer wieder überall begegnet. Sein detailgenaues Auge hat er von seinem Vater geerbt, der analoge schwarz-weiß Bilder machte und sie ihm zeigte.

Ein großer Teil seiner berühmten Persönlichkeiten, die er malt, sind schwarz. Jedoch geschah das nicht absichtlich. Die meisten Musiker, denen er gern zuhört und Tribut zollen wollte, sind schwarz. Aber er wurde gebeten, auch Berühmtheiten zu malen, die nicht schwarz sind, daran will er sich halten und auch mehr Frauen malen. Seine Werke plant er nicht, er versucht immer seine Ausrüstung minimal zu halten. Er sagt von sich selbst, dass er sich noch in der Textphase befindet und nie demselbsten System oder derselben Methodik folgt.

Um in der Szene besser auffallen zu können, hält er sich bewusst an die wenigen Farben, die er benutzt. Schwarz-weiß mit der Signalfarbe Rot. Das sich sein Stil irgendwann ändert, möchte er aber nicht ausschließen, da er immer genau das macht, was ihm grade gefällt.

MTO arbeitet nur mit Sprühfarben. Wenn er auf der Straße malt, malt er von einem Foto des jeweiligen Stars ab. Wenn er jedoch eine Fassade eines Gebäudes anmalt, macht er Fotos, um sie später am Computer zu vergleichen und er am nächsten Tag einige Korrekturen vornehmen kann.

Einmal übermalte er ein Bild von dem Street Artist SOME. Als er kurze Zeit später wieder zu einem seiner Werke kam, um es zu überarbeiten, kam er mit einem Tourist ins Gespräch, der ihm zeigte, dass er noch mehr Bilder von seinen gesehen hatte. U.a auch ein Bild, dass nicht mal einen Tag existierte, weil es danach vom Künstler SOME sofort übermalt wurde. Der Tourist antwortete, dass er vermutlich nur Glück gehabt hätte. Danach klärte er die Situation auf und erklärte, dass er SOME wäre. Sie gingen einen Kaffeee trinken und kurze Zeit später, malten sie in Berlin, an dem Ort, wo sie sich kennen lernten, sogar ein gemeinsames Bild.

Einer seiner größten Wünsche ist es, einmal eine Wand zu bemalen, die gut 10-20 Meter hoch ist so wie es der Künstler Blu in Berlin schon tat. Mit seinen Arbeiten, möchte der Künstler bei den Betrachtern den Wunsch hervorrufen, mehr von seinen Arbeiten zu sehen. Sein Ziel ist es jedoch, nie den Spaß an dem zu verlieren, was er tut, egal mit welchen Werkzeugen er arbeitet.

Mehr Informationen und Bilder von MTO findet ihr hier:

https://www.facebook.com/mto.page

http://www.flickr.com/photos/mto-graff/